Aktuelle Fellows

Für das erste Visiting Fellowship im Herbstsemester 2020 wählte der wissenschaftliche Beirat des Programmes Dr. Ábel Tamás von der Loránd Eötvös Universität (ELTE) in Budapest. Dr Tamás wird sich im Rahmen des Fellowship dem Projekt «Curiositas-Szenen in der lateinischen Literatur» widmen.

Aufgrund der COVID-19-Pandemie wird Dr. Tamás sein Fellowship erst im Frühlingssemester 2021 antreten.


Ábel Tamás

Ábel Tamás

Ábel Tamás unterrichtet am Lehrstuhl für Vergleichende Literaturwissenschaft der Loránd Eötvös Universität (ELTE, Budapest), in permanenter Kooperation mit dem Lehrstuhl für Latinistik. Wie u.a. seine Doktorarbeit (Catull und die Poetik der Medien, 2012) zeigt, stehen literaturtheoretische Methoden bzw. medien- und kulturwissenschaftliche Ansätze im Mittelpunkt seiner Forschungsarbeit. Seine Interpretationen lateinischer Texte akzentuieren u.a. intertextuelle, narratologische, mediengeschichtliche und philologietheoretische Aspekte. In der letzten Zeit hat er sich mit einer Poetik der Absenz bei Catull sowie Intertextualität bei Plinius d.J. beschäftigt. Dr. Tamás nimmt in altphilologischen und literatur- oder kulturwissenschaftlichen Forschungsprojekten regelmäßig teil und ist Mitherausgeber verschiedener Sammelbände (u.a. Kulturtechnik Philologie, Heidelberg, 2011).

Das aktuelle Forschungsprojekt von Dr. Tamás – das er mit der Unterstützung der Basel Fellowships in Latin Literature zu vervollständigen hofft – thematisiert „Curiositas-Szenen in der römischen Literatur“. Es geht um die Interpretation einer Reihe unterschiedlicher literarischer Texte, die sich mit dem Phänomen der curiositas (‚Neugier‘) beschäftigen. Bei aller Unterschiedlichkeit lässt sich in diesen Texten ein gemeinsames Schema erkennen: Wenn immer man jemanden als curiosus/curiosa bezeichnet (ein Wort, welches das Bedeutungsspektrum der griech. Begriffe polypragmon und periergos umfasst), so wird es sich am Ende herausstellen, dass man selbst als curiosus oder curiosa zu charakterisieren ist. „Curiositas-Szenen in der römischen Literatur“ zeigen, wie riskant es ist, an der literarischen Kommunikation teilzunehmen: Weder als Autor, Erzähler oder Sprecher noch als literarische Figur oder Leser kann man gänzlich den Eindruck vermeiden, dass man sich in die Angelegenheiten anderer einmischt. Die Kapitel der geplanten Monographie werden Texte von Catull, Cicero, Vergil, Tacitus, Plinius dem Jüngeren, Apuleius und Augustin behandeln.